Auf meetinx.de habe ich letztens über die Tatsache gelesen, dass der gute Mann einen netten Teil seiner Blogeinnahmen für wohltätige Zwecke spendet. Und gleich auch noch ein Link zu Wie Blogger die Welt verändern können – Ein Aufruf. Gut, ich habe (aus meinem Blog) keine Einnahmen, aber Gedanken habe ich mir darüber schon gemacht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es für wenig sinnvoll halte, zu spenden – sowohl subjektiv als auch objektiv betrachtet.
- Ich weiß jetzt nicht, wie reich der durchschnittliche Spendenzahler ist, aber durch direktes Spenden aus einem Teil der eigenen Einkünfte beraubt er den Spendenempfänger eines gewissen Potentials – wenn er das Geld nämlich zunächst mal in sich investiert (nicht im Sinne eines neuen Autos oder dergleichen, natürlich) besteht die Möglichkeit, schlussendlich mit wesentlich mehr aufzuwarten hat.
- Gibt es eigentlich eine skandaltechnisch unbelastete Spendenorganisation? Das war keine rhetorische Frage, ich weiß es wirklich nicht. Aber man hat doch irgendwie im Hinterkopf, dass schon ziemlich viele wohltätige Organisationen auf die eine oder andere Art schlechte Presse gemacht. Wenn man “spendenskandal” googelt, kommt zwar als erstes ein politischer (was zu erwarten war), aber schon im zweiten Eintrag findet man auf spiegel.de:
“Mitarbeiter eines islamischen Wohltätigkeitsvereins in Frankfurt haben vermutlich mehr als 18 Millionen Euro Spenden veruntreut.”
- Was sich von selbt verstehen sollte: Wer wirtschaftlich/finanziell an Grenzen wandelt, der sollte es schlichtweg ganz lassen. Und sich erstmal selbst Entwicklungshilfe geben. Wenn man dann so sicher, wie es eben geht, dasteht, dann kann man sich nochmal Gedanken über eine Spende machen.
- Wenn man zu den fleißigen Steuerzahlern gehört, leistet man mit denen schonmal Entwicklungshilfe. Automatisch:
“Im laufenden Etat des Entwicklungsministeriums sind insgesamt Ausgaben von 5,8 Milliarden Euro eingeplant, zwölf Prozent mehr als im vergangenen Jahr.” (auf welt.de).
- Möchte ich mit meinem Geld lieber (möglicherweise) aufgeblähte Verwaltungsstrukturen, Werbung und dergleichen finanzieren, oder möchte ich Menschen helfen? Bevor ich einer solchen Organisation spende, drücke ich das Geld lieber dem Mann mit der Sammelbüchse vom örtlichen Tierheim oder der Suppenküche in die Hand. Die helfen auch, aber dort, wo ich ihnen dabei zusehen kann. Und ohne herzergreifende Werbespots.
Nur, um das klar zu stellen: Es liegt mir fern, jegliche Hilfsorganisation und jegliche gute Tat als sinnlos abzustempeln. Hilfe ist Hilfe und ein lobendes Wort auf jeden Fall Wert :)
Allerdings bin ich der Meinung, dass man sich den Zeitpunkt und die Art der Spende sehr gut überlegen sollte. Und zunächst einmal selbst nach finanziell Höherem streben sollte, bevor man das Potential dafür verschenkt.