betterlifeblog

22 Jul, 2009

5 Gründe, warum man nicht spenden sollte

Verfasst von: flo In: Geld|Social Life

DSCF1724cAuf meetinx.de habe ich letztens über die Tatsache gelesen, dass der gute Mann einen netten Teil seiner Blogeinnahmen für wohltätige Zwecke spendet. Und gleich auch noch ein Link zu Wie Blogger die Welt verändern können – Ein Aufruf. Gut, ich habe (aus meinem Blog) keine Einnahmen, aber Gedanken habe ich mir darüber schon gemacht. Und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich es für wenig sinnvoll halte, zu spenden – sowohl subjektiv als auch objektiv betrachtet.

  • Ich weiß jetzt nicht, wie reich der durchschnittliche Spendenzahler ist, aber durch direktes Spenden aus einem Teil der eigenen Einkünfte beraubt er den Spendenempfänger eines gewissen Potentials – wenn er das Geld nämlich zunächst mal in sich investiert (nicht im Sinne eines neuen Autos oder dergleichen, natürlich) besteht die Möglichkeit, schlussendlich mit wesentlich mehr aufzuwarten hat.
  • Gibt es eigentlich eine skandaltechnisch unbelastete Spendenorganisation? Das war keine rhetorische Frage, ich weiß es wirklich nicht. Aber man hat doch irgendwie im Hinterkopf, dass schon ziemlich viele wohltätige Organisationen auf die eine oder andere Art schlechte Presse gemacht. Wenn man “spendenskandal” googelt, kommt zwar als erstes ein politischer (was zu erwarten war), aber schon im zweiten Eintrag findet man auf spiegel.de:

“Mitarbeiter eines islamischen Wohltätigkeitsvereins in Frankfurt haben vermutlich mehr als 18 Millionen Euro Spenden veruntreut.”

  • Was sich von selbt verstehen sollte: Wer wirtschaftlich/finanziell an Grenzen wandelt, der sollte es schlichtweg ganz lassen. Und sich erstmal selbst Entwicklungshilfe geben. Wenn man dann so sicher, wie es eben geht, dasteht, dann kann man sich nochmal Gedanken über eine Spende machen.
  • Wenn man zu den fleißigen Steuerzahlern gehört, leistet man mit denen schonmal Entwicklungshilfe. Automatisch:

“Im laufenden Etat des Entwicklungsministeriums sind insgesamt Ausgaben von 5,8 Milliarden Euro eingeplant, zwölf Prozent mehr als im vergangenen Jahr.”  (auf welt.de).

  • Möchte ich mit meinem Geld lieber (möglicherweise) aufgeblähte Verwaltungsstrukturen, Werbung und dergleichen finanzieren, oder möchte ich Menschen helfen? Bevor ich einer solchen Organisation spende, drücke ich das Geld lieber dem Mann mit der Sammelbüchse vom örtlichen Tierheim oder der Suppenküche in die Hand. Die helfen auch, aber dort, wo ich ihnen dabei zusehen kann. Und ohne herzergreifende Werbespots.

Nur, um das klar zu stellen: Es liegt mir fern, jegliche Hilfsorganisation und jegliche gute Tat als sinnlos abzustempeln. Hilfe ist Hilfe und ein lobendes Wort auf jeden Fall Wert :)
Allerdings bin ich der Meinung, dass man sich den Zeitpunkt und die Art der Spende sehr gut überlegen sollte. Und zunächst einmal selbst nach finanziell Höherem streben sollte, bevor man das Potential dafür verschenkt.

Bild: Ernst Rose / pixelio

2 Antworten auf "5 Gründe, warum man nicht spenden sollte"

1 | Alper Iseri

Juli 22nd, 2009 at 14:02

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Ich glaube da gibt es zwei Punkte, die ganz wichtig sind: Wenn du sagst, dass eine Person erst einmal in sich selber investieren sollte – wann ist dann der Zeitpunkt gekommen, um dann irgendwann zu spenden? Im schlimmsten Fall spendet der Mensch dann nämlich niemals weil der “richtige Zeitpunkt” noch nicht gekommen ist. Aber – nur als Beispiel – 5 Euro im Monat tun fast niemandem weh. Das sind aber pro Jahr 60 Euro. Wenn das 1000 Menschen machen ist das eine Menge Geld. Sollten diese 1000 Menschen gar nichts machen? Die Masse machts. Und ja – jeder sollte einen Teil abgeben. Und wenn es nur 5 Euro ist. Meine feste Ansicht.

Zweitens: Mit Sicherheit strebe ich finanziell nach Höherem und deswegen kann ich es mir auch leisten, mit den Inhalten von meetinx so großzügig umzugehen. meetinx ist nur ein Teilbereich von meinen Einnahmen und das Ganze tut mir auch nicht im geringsten weh. Wenn ich nur von meetinx leben müsste, dann würde ich wahrscheinlich auch nicht so großzügig spenden wollen und auch nicht können.

Sicher gibt es schwarze Schafe aber deswegen gar nicht mehr spenden? Keine Nächstenliebe? Keine Hilfe für Schwächere? Kein Beitrag für eine bessere Welt? Ich weiß nicht.

PS: Leider hast du keine Abo-Funktion bei deinen Kommentaren :-/

2 | flo

Juli 22nd, 2009 at 16:24

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Erstmal danke für den ausführlichen Kommentar :)

Also: Der Zeitpunkt ist meiner Meinung nach dann gekommen, wenn man für sich selbst sagen kann “so – jetzt hab ich alles, was ich brauche und stehe auf finanziell so sicheren Beinen, dass mir im Grunde genommen nichts schlimmes mehr passieren kann.”

Das für viele dieser Zeitpunkt nie kommt (weil sie es nicht schaffen oder weil sie nie genug haben) bestreite ich nicht. Aber für erstere ist das – imho – auch genau das richtige. Es ist zugegebenermaßen eine ansatzweise egoistische Einstellung, aber wenn man einen Teil seines Geldes monatlich auf ein Konto zahlt oder sonstwie anlegt, dann hat man in einer schlimmen Situation auch bessere Chancen, diese zu überleben ohne selbst abhängig von “Spenden” zu werden.

Prinzipiell rede ich auch nicht von 5€-Spenden, obwohl ich die wie gehabt eher lokalen Einrichtungen zur Verfügung stellen würde – da hat man letztendlich doch eine bessere Übersicht, was damit letztendlich passiert. Passt auch eher zum Ausdruck _nächsten_liebe.

Zweitens: Das freut mich :) und, wenn dir das Ganze in der Tat nicht im geringsten weh tut, bist du doch prinzipiell an dem Punkt, den ich gemeint hab. Wenn ich im Augenblick sagen könnte 300 € tun mir diesen Monat nicht im geringsten weh, wär ich jedenfalls schon ziemlich nah an dem Punkt ;-)

Zu deinem letzten Punkt: Wie mir gerade beim erneuten Durchlesen meines Geschreibsels aufgefallen ist, kommt dieser Zusammenhang nicht besonders klar (bzw. eigentlich gar nicht) heraus, aber: Das mit dem “lieber dem Mann (…) vom örtlichen Tierheim oder der Suppenküche” bezieht sich auch auf die schwarzen Schafe. Nächstenliebe heißt, ich kümmer mich zunächst um die Leute um mich herum, zumindest für mich :) das gilt auch für die bessere Welt.

Nun ja, wer weiß. Vielleicht ist das auch alles nur eine verspätete Reaktion darauf dass mich in meiner Kindheit mal irgendein Tierschützer in dazu überredet hat, einen Wahl zu adoptieren – das waren die von dir als Beispiel genommenen 5 € / Monat und 60 € im Jahr, und die haben mir doch arg ins Taschengeld geschnitten :D (Zumal mir diese liebenswerten Tierschützer nur von den monatlichen 5 €, aber nicht von dem kompletten Abbuchen des Jahresbeitrages wenige Tage nach meiner naiven Unterschrift).

Abofunktion: hm. Da sollte eigentlich eine sein. Ich bin noch nicht so wirklich fit, was das Bloggen in all seinen thematischen und technischen Facetten angeht – verzeihung ^^ werd mir das dann wohl mal genauer anschauen müssen.

Dein Kommentar


  • Ferdinand: Großartige Idee! Danke für deinen Beitrag! Muss ich mir merken! Geruß, Ferd
  • Anonymous: Es gab ja soweit ich weiß auch diese perversen versuche in Russland Man nimmt Zwillinge und den einen läßt man behühtet aufwachsen den anderen
  • Anonymous: Von einem Schüchternen der das Mißverständiss wenigstens glaub ich das es so ist begriffen hat und ab jezt seine Schüchternheit verlohren hat w

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