Gesetzt der Fall, man hat ein Date, versteht sich prächtig, aber der Funke will dennoch nicht überspringen. Vielleicht trifft man sich auch mehrmals, und trotzdem.. vielleicht ist man selbst schon interessiert, aber das beruht nicht auf Gegenseitigkeit. Viele würden den Kontakt dann vermutlich einfach sang und klanglos einschlafen lassen, um sich weiter auf die Suche zu machen. Ich sage: Das ist grundlegend falsch. Warum? Lesen sie weiter…
Bei einem meiner Freunde ist die vorher verspürte Zuneigung nach mehreren Dates in extreme Abneigung umgeschlagen, als diejenige ihm klargemacht hat, dass sie nur auf freundschaftlicher Ebene an ihm interessiert ist. Der Grundton seiner Aussagen war “Das hat mich jetzt soviel Zeit und Mühe gekostet [das Daten, Flirten, Umwerben etc], die hätte ich besser nutzen können”. Hätte er – meiner bescheidenen Meinung nach – nicht.
Üben, üben, üben. Und üben.
Fast jeder Ratgeber und jeder Tip zum Thema Dating und Flirten beinhaltet diese Aussage: Übung macht den Meister. Ist ja auch schließlich bei so ziemlich allem, was ein Mensch tun kann, der Fall. Jegliche Zeit, die besagter Freund mit besagter Dame verbracht hat, sollte sich der Theorie nach positiv auf seine Fähigkeiten, mit dem anderen Geschlecht umzugehen, ausgewirkt haben. Egal, wie das Endergebnis ausgesehen hat – er ist mit mehr Erfahrung aus der Sache herausgegangen. Bei seinem nächsten Date wird er möglicherweise Fehler, die er bei dieser Frau begangen hat, zu vermeiden wissen.
Expansionspolitik
Hätte mein Freund (ich werde ihn fortan einfach mal B. nennen) die Bekanntschaft zu dem Mädchen trotz negativem Erwartungswert, was beziehungstechnische Erfüllung angeht, aufrechterhalten, wäre vielleicht das Folgende passiert:
- Eine gute Freundschaft wäre daraus entstanden => vorteilhaft, so wie ich das sehe.
- Vielleicht wäre ja doch noch was draus geworden, auf lange Sicht? Dieser Chance hat er sich jedenfalls entledigt.
- Psychisch gesehen war sein Groll wohl nur eine Gegenreaktion auf die Enttäuschung, die durch das “misslungene” Daten verursacht wurde => ist es wirklich eine sinnvolle Art und Weise, mit Frust zurechtzukommen, indem man sich verärgert zurückzieht? Wie hinterlässt einen das emotional?
- Jetzt aber zum wichtigsten Punkt, dem auch die Überschrift geschuldet ist: Er hat sich die Chance verspielt, über eine “normale” Freundschaft Zugang zum Freundeskreis des Mädchens zu verschaffen!
Warum ist das so wichtig? Liegt eigentlich auf der Hand – kennengelernt hat B. das Mädchen über das Internet, nach zahlreichen _nicht_ zustandegekommenen Kontakten war sie eine der wenigen, die sich auf ein Treffen eingelassen hat. Sagen wir mal, er musste sich mit zwanzig Mädchen, die er interessant fand, hin und herschreiben, flirten, irgendwann den Mut zusammennehmen, nach einem Date zu fragen etc., bis er eine fand, bei der das dann auch geklappt hat. Jetzt nehmen wir mal an, er hätte sich auf eine rein platonische, freundschaftliche Beziehung mit dem Mädchen eingelassen. Was wäre möglicherweise dann passiert?
- Er wäre, wenn sich die Freundschaft vertieft hätte, zu Parties/Festivitäten eingeladen worden => eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und zu flirten
- Man hätte zusammen Freizeitaktivitäten unternommen, ggfs. mit Personen aus dem Freundeskreis der Dame => eine gute Gelegenheit, neue Leute kennenzulernen und zu flirten
- usw.usf.
Schlussendlich hätte sich B. vielleicht wundersamerweise in einem völlig neuen Freundeskreis wiedergefunden, auch viele Interessante Frauen kennengelernt, geflirtet was das Zeug hält und möglicherweise sogar seine Traumfrau entdeckt. Womöglich hätten sie heute Kinder, ein Haus und einen Hund.
Was ich sagen will: Mal ganz abgesehen davon, dass eine Freundschaft immer etwas positives ist, auch wenn sie Weitergehendes ausschließt; B. hat sich schlichtweg die Möglichkeit genommen, zusätzliche Chancen zu bekommen. Die ganz unkompliziert und kostenlos gewesen wären. Plus: Wenn er sich gut mit der Frau verstanden hat, ist die Wahrscheinlichkeit, das deren Freundeskreis ebenfalls mehr oder weniger auf seiner Wellenlänge liegt, schon recht hoch.
Zusammengefasst:
Nicht verärgert, enttäuscht und frustriert abwenden, wenn bei einem Date oder einem Flirt am Ende die Frage “wir können doch Freunde bleiben, oder?” steht. Ich weiß nicht mehr genau, wie der Spruch geht, aber er scheint mir hier ganz passend: Wenn einem eine Tür vor der Nase zugeschlagen wird, geht irgendwo anders dafür eine auf. Oder so ähnlich.
Würde mich interessieren, ob einer von euch schon Erfahrungen zu dem Thema sammeln konnte (ich persönlich habe das in der Tat – deswegen auch dieser Artikel). Kommentare also stets willkommen ^_^